Die Erörterung ist die Königsdisziplin des argumentativen Schreibens. Sie verlangt, eine Frage gründlich zu durchdenken, Argumente zu entwickeln, zu ordnen und zu einem begründeten Urteil zu kommen. Ob Handyverbot, Ganztagsschule oder Tempolimit – die Themen wechseln, der Aufbau bleibt.
Die lineare Erörterung beantwortet eine Frage aus einer Richtung: „Warum ist Sport in der Schule wichtig?“ Hier werden Argumente für eine Position gesammelt und gesteigert. Die dialektische Erörterung wägt Pro und Contra ab: „Sollte das Handy in der Schule verboten werden?“ Hier stehen sich zwei Seiten gegenüber, am Ende steht ein eigenes Urteil.
Ein vollständiges Argument besteht aus drei Teilen:
Viele Aufsätze scheitern daran, dass nur Thesen aneinandergereiht werden. Erst Begründung und Beispiel machen ein Argument überzeugend.
Sie führt zum Thema hin und endet mit der Leitfrage. Gute Einstiege sind ein aktueller Anlass, eine überraschende Zahl oder ein Alltagserlebnis. Die Einleitung sollte kurz bleiben – drei bis fünf Sätze genügen.
Bei der linearen Erörterung werden die Argumente nach Wichtigkeit gesteigert – das stärkste zum Schluss. Bei der dialektischen Erörterung gibt es zwei Möglichkeiten:
Hier steht das eigene, begründete Urteil. Es greift die wichtigsten Argumente noch einmal auf und kann mit einem Kompromiss, einer Forderung oder einem Ausblick enden. Neue Argumente gehören nicht in den Schluss.
Vor dem Schreiben lohnt sich eine Stoffsammlung in Form einer Tabelle mit Pro und Contra. Danach werden die Argumente gewichtet und in eine Reihenfolge gebracht. Diese zehn Minuten Planung sparen später viel Zeit und sorgen für einen klaren roten Faden.
In höheren Klassen bezieht sich die Erörterung oft auf einen Text: Zuerst wird die Argumentation des Autors analysiert, dann setzt man sich mit ihr auseinander. Die Grundlagen – vollständige Argumente, klare Struktur, begründetes Urteil – bleiben dieselben.
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