Lesen lernen ist einer der größten Entwicklungsschritte in der Grundschule. Innerhalb eines Jahres lernen Kinder, aus Zeichen Laute, aus Lauten Wörter und aus Wörtern Sätze zu machen. Viele Kinder durchlaufen dabei dieselben Stufen – und viele bleiben an derselben Stelle hängen: beim Zusammenschleifen einzelner Laute zu einem Wort. Genau hier helfen Silben.
Zuerst erkennen Kinder einzelne Buchstaben und wissen, welcher Laut dazu gehört. Dann versuchen sie, Laute aneinanderzureihen: M – a – m – a. Das klingt anfangs abgehackt, und oft erkennt das Kind das Wort nicht, obwohl es alle Laute richtig gesprochen hat. Erst wenn die Laute zu Silben verschmolzen werden – Ma – ma –, entsteht ein Wort. Schließlich werden häufige Wörter als Ganzes erkannt, und das Lesen wird flüssig.
Die Silbe ist die natürliche Sprecheinheit des Deutschen. Kinder klatschen Silben schon im Kindergarten: Ba-na-ne, Scho-ko-la-de. Wer beim Lesen in Silben denkt, muss nicht jeden Laut einzeln verarbeiten, sondern verarbeitet größere Einheiten. Das entlastet das Arbeitsgedächtnis – und lässt Kapazität frei, um den Sinn des Wortes zu erfassen.
Viele Lesebücher und Arbeitsblätter markieren Silben mit Bögen unter dem Wort oder mit abwechselnden Farben. Das hilft besonders Kindern, die Schwierigkeiten beim Zusammenschleifen haben. Mit der Zeit werden diese Hilfen weggelassen, und das Kind erkennt Silben selbstständig.
Für Leseanfänger ist die Schrift wichtiger, als viele denken. Buchstaben wie „a“ und „d“ oder „I“ und „l“ sehen sich in manchen Schriften zum Verwechseln ähnlich. Spezielle Leselernschriften wie Andika sind so gestaltet, dass jeder Buchstabe eindeutig erkennbar ist. Auch ausreichend Zeilenabstand und große Schrift erleichtern das Lesen.
Tägliches Vorlesen bleibt auch dann wichtig, wenn das Kind selbst lesen lernt – es erweitert den Wortschatz und weckt die Lust auf Geschichten. Zusätzlich helfen kurze, tägliche Leseeinheiten von fünf bis zehn Minuten mit Texten, die zum Leseniveau passen. Zu schwere Texte frustrieren. Ein guter Richtwert: Das Kind sollte mindestens neun von zehn Wörtern selbst lesen können.
Wenn ein Kind Ende der ersten Klasse noch große Schwierigkeiten hat, einzelne Laute zu Wörtern zu verbinden, lohnt ein Gespräch mit der Lehrkraft. Frühe Förderung wirkt am besten – und oft reichen schon gezielte Übungen zu Silben und Lauten, um den Knoten zu lösen.
Wer ein Wort schreibt, muss es in seine Laute zerlegen – das ist die Umkehrung des Lesens. Deshalb profitieren Kinder, die viel schreiben, auch beim Lesen. Kleine Schreibaufgaben wie Einkaufslisten, Namen oder kurze Nachrichten an die Familie verbinden beides auf natürliche Weise.
Mit LocalAce erstellst du in wenigen Minuten passende Übungsblätter für dein Kind – abgestimmt auf Klassenstufe und Thema, mit Lösung, damit du nicht selbst nachrechnen musst.
Alle Übungsblätter nach Fach und Klasse findest du in der Übersicht.
Passendes Übungsmaterial für dein Kind – in wenigen Minuten.
In weniger als einer Minute eingerichtet – Kinder-Zugang direkt aus deinem Eltern-Account.