Die Weimarer Republik war die erste Demokratie auf deutschem Boden. Sie bestand nur vierzehn Jahre, von 1918/19 bis 1933, und endete mit der Machtübertragung an Adolf Hitler. Die Frage nach den Ursachen ihres Scheiterns gehört zu den klassischen Beurteilungsaufgaben im Geschichtsunterricht – von Klasse 9 bis zum Abitur.
Große Teile der alten Eliten – Militär, Justiz, Verwaltung, Großgrundbesitzer – standen der Demokratie ablehnend gegenüber. Man spricht von einer „Republik ohne Republikaner“. Richter urteilten gegen rechte Täter oft milde, gegen linke hart. Von links bekämpften die Kommunisten die Republik ebenso.
Bis 1923 erschütterten Putschversuche (Kapp-Putsch 1920, Hitler-Putsch 1923), politische Morde, die Ruhrbesetzung und die Hyperinflation das Land. Die Inflation vernichtete die Ersparnisse des Mittelstands und untergrub das Vertrauen in die Republik nachhaltig.
Zwischen 1924 und 1929 stabilisierte sich die Lage: Die Währung war neu, die Wirtschaft erholte sich, außenpolitisch gelang unter Stresemann die Aussöhnung. Doch diese Stabilität war brüchig – sie beruhte stark auf amerikanischen Krediten.
Ab 1929 zog die Weltwirtschaftskrise Deutschland in den Abgrund. Die Arbeitslosigkeit stieg auf etwa sechs Millionen. Die Regierungen regierten ab 1930 mit Notverordnungen nach Artikel 48 (Präsidialkabinette). Radikale Parteien, vor allem die NSDAP, gewannen massiv an Stimmen.
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler – auf Drängen konservativer Kreise, die glaubten, ihn „einrahmen“ zu können. Innerhalb weniger Monate wurde die Demokratie beseitigt.
In der Geschichtswissenschaft ist das umstritten. Viele Historiker betonen, dass die Republik zwar schwer belastet, ihr Ende aber nicht zwangsläufig war: Entscheidungen einzelner Personen, vor allem im Umfeld Hindenburgs 1932/33, spielten eine große Rolle. Für eine gute Klausur ist wichtig, mehrere Ursachen zu gewichten und zu begründen, statt eine einzige zu nennen.
Ursachen ordnen (langfristig – mittelfristig – kurzfristig), gewichten, Gegenargumente berücksichtigen und zu einem begründeten Urteil kommen. Ein Satz wie „Die Weltwirtschaftskrise war der Auslöser, die Ursachen lagen tiefer“ zeigt, dass man zwischen Anlass und Ursache unterscheiden kann.
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