Der Ablativus absolutus – kurz Abl. abs. – gehört zu den wichtigsten Konstruktionen der lateinischen Grammatik. Er kommt in Texten von Caesar bis Cicero ständig vor und ist ein fester Bestandteil jeder Latein-Klassenarbeit ab dem dritten Lernjahr. Mit einem festen Vorgehen lässt er sich sicher übersetzen.
Ein Ablativus absolutus besteht aus einem Nomen (oder Pronomen) und einem Partizip, die beide im Ablativ stehen und in Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen. „Absolutus“ bedeutet „losgelöst“: Die Konstruktion ist grammatisch vom übrigen Satz unabhängig und wirkt wie ein eigener, verkürzter Nebensatz.
Beispiel: Hostibus victis Romani gaudebant. – hostibus victis (Nomen + Partizip im Ablativ) ist der Abl. abs.
Suche im Satz ein Partizip im Ablativ. Prüfe, ob ein Nomen im Ablativ dazu passt (KNG-Kongruenz). Prüfe dann, ob die Wortgruppe nicht von einer Präposition (cum, in, ex …) oder einem Verb abhängt. Ist sie unabhängig, liegt ein Abl. abs. vor.
Der Abl. abs. kann temporal (als, nachdem, während), kausal (weil, da), konzessiv (obwohl) oder konditional (wenn) sein. Welche Bedeutung passt, ergibt sich aus dem Zusammenhang. Im Zweifel ist die temporale Übersetzung ein sicherer Start.
Es gibt drei Möglichkeiten:
Der Nebensatz ist die sicherste Variante, die Präposition oft die eleganteste.
Manchmal fehlt das Partizip, und statt dessen steht ein zweites Nomen oder Adjektiv: Caesare duce – unter der Führung Caesars. Cicerone consule – im Konsulat Ciceros. Hier ergänzt man gedanklich „seiend“.
Im letzten Beispiel wird das PPP aktivisch übersetzt – das klingt im Deutschen oft besser, wenn klar ist, wer handelt.
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